h1

Das Kutschreise – Tagebuch

Tagebuch der Centauri-Kutschreise

Immer dabei waren: Bea, Tina, Simon, Ina und Paul der Pizzaofen…

Samstag, 30.07.2011 – LOSGEZOGEN!

 

Mit dabei waren: Vita, Ulysse, Yolanda und Samuel, Antonia und Lea mit Nicky und Moritz!

 

Die Kutsche war schon fertig gepackt, los gings! Abschied von der Hofgemeinschaft Guggenhausen, entspannt bei schönem Wetter entschlossen wir uns für den längeren, aber flacheren Weg durchs Ried. Töni und Lea galoppierten immer hinter uns her, unsre Geschwindigkeit war Schritt. Vita und ich sangen „Lo issa goy“ im Kanon, und verschiedene andere tolle Lieder. So schön dass gerade Vita uns auf unserer ersten Strecke begleitete! Ich kenne sie aus Indien, wo wir zusammen auf der Solitude Farm in Auroville gearbeitet haben. Sie gab uns einen Reisesegen aus Salbei mit…

Schon nach 2 ½ Stunden kamen wir an der Rosenmühle an: unser erstes Nachtquartier. Wir zäunten die Pferde ein, gaben ihnen Wasser und machten uns dann auf zum Einhalden-Festival. Dort hatte Cat Balou einen ihrer ersten Auftritte, und das mussten wir sehen. Es war super und wir konnten schon abklären, wo wir am nächsten Tag unseren Stand aufbauen konnten.

Vita traf dort dann Richi vom Lorenzhof (sie kennen sich aus Sieben Linden), und so ergab sich schon unser Nachtquartier von Montag auf Dienstag.

Vita und ich machten uns recht früh auf den Weg zurück, machten noch einen kleinen Ausritt mit Bea und Tina und hatten uns so viel zu erzählen!

Abends schliefen Vita und ich in der Mühle, Simon im Garten und Lea und Antonia in der Kutsche.

 

 

 

Sonntag, 31.07.2011 – Einhalden-Festival

 

Mit dabei waren: Andi und Wera, Vita, Antonia und Lea auf den Ponys.

 

Ganz früh morgens gings auf zum Einhalden-Hof. Der Einhaldenhof ist ein Bioland-Hof, bewirtschaftet von Bernhard Rauch. Einmal im Jahr findet dort ein großes Musik- und Kulturfestival statt, wo es dann aber gleichzeitig Infos rund um den Hof, Bio-Essen und Stände zahlreicher lokaler Initiativen gibt. Dieses Jahr wurde das 40-jährige Bioland-Jubiläum im Rahmen des Einhalden-Festivals gefeiert.

Die Steigung zum Hof war ziemlich aufregend für mich. Wir waren zwar bisher schon ziemlich viel Kutsche gefahren, aber es war die längste Steigung (mit der schwersten Kutsche). Viel Gepäck hatten wir aber schon vorsorglich abgeladen, und alle mussten laufen.

Im Nachhinein weiß ich, dass Bea und Tina beinahe jede Steigung schaffen und ich mir echt zu viele Gedanken gemacht habe. Es ging recht gut, teilweise im Galopp, mit einer kleinen Pause. Töni und Lea waren auf den Ponys vorgaloppiert, um entgegenkommende Autos zu warnen.

Oben angekommen bekamen unsre Pferde eine Koppel auf der Obstwiese, weit genug weg vom Festivalbetrieb und trotzdem in Sichtweite.

Wir bauten einen tollen Infostand auf, integrierten die Kutsche, unsere Permakultur-Infos und richteten den Pizzastand so ein, dass selbst das Gesundheitsamt kein Problem haben dürfte…

Hinter uns war der wirundjetzt-Infostand, und den ganzen Tag über trafen wir tolle Leute, machten leckere Pizza aus größtenteils gespendeten Zutaten, Wera, Andi und Vita halfen mit, und später kamen auch noch Martin und Nicole, Ulysse und Tobi dazu. Unsre Pizza mit den lokalen Zutaten kam super an und wir hatten gute Gespräche, ein toller Auftakt der Kutschreise!

Töni und Lea boten Ponyreiten an, wir machten noch Werbung für das Permakultur-Seminar mit Schwerpunkt Hühnerhaltung, bedienten uns beim Rapunzel-Stand und der kleine Samuel machte einen Mittagsschlaf bei uns in der Kutsche.

Abends gabs Kabarett, wir schoben die Kutsche auf den Parkplatz und feierten unsren ersten erfolgreichen Einsatz.

Simon und ich schliefen draußen, Töni und Lea in der Kutsche.

 

 

 

Montag, 1. August – Pizza auf dem Lorenzhof

 

Mit dabei waren: Christina mit Duke, Rainer und Annka mit Daria und Runa, Ulysse, Antonia und Lea

 

Es startete mit einem ausgiebigen Frühstück auf dem Einhalden-Hof. Christina mit dem Hund Duke war vorher zu uns gestoßen, und sie wird jetzt die nächsten Wochen mit uns unterwegs sein.

Dann gings los mit Koppel abbauen, Pferde anschirren. Die Steigung bergab war mindestens so aufregend wie bergauf. Die Bremsen unserer Kutsche sind eben nicht die besten, mein Bein fiel unten fast ab. Töni und Lea waren wieder vorgeritten um Autos anzuhalten, und es klappte gut. Bea und Tina waren total fit und wollten nur traben.

Jetzt gings erstmal zur Rosenmühle. Nicole und Martin und die Kinder waren heute umgezogen! Dementsprechend war es ziemlich trubelig, aber wir wollten sowieso nur unsere Pizzazutaten aufstocken und die Kutsche vollpacken. Die Rosenmühle war während der ganzen Kutschreise unser Lager. Dort gabs immer Mehl-, Hefe- und Tomatennachschub. Bea und Tina warteten im Geschirr, und wir aßen noch mit allen zukünftigen RosenmüllerInnen zum Mittag. Annka und Rainer mit Runa und Daria kamen zu uns, und gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach Ruschweiler auf den Lorenzhof. Die ersten Strecken waren ein reines Ausprobieren und Er-Fahren! Passt unsere Kutsche auf schmale Radwege? Wie findet Tina große LKWs? Wie gehen wir mit Steigungen um? Viel ergab sich während der Zeit, am Anfang war jedoch immer zuerst Vorsicht geboten. So mussten Annka und Rainer den Fahrradhänger die Steigung nach Ruschweiler hochschieben…

Auch merkten wir, dass Tina auf großen Straßen mit viel LKW-Verkehr am besten außen, dh rechts läuft. Denn Bea ist da einfach noch ruhiger und zuckt noch nicht mal, auch wenn irgendwelche LKWs ihr fast das Ohr abfahren.

Am Nachmittag kamen wir dann auf dem Lorenzhof bei Kathi, Richi, Lenz, Doris und Franz an. Der Lorenzhof ist ein demeter-Milchviehbetrieb und es wird auch viel Dinkel angebaut. Außerdem werden viele Naturschutzwiesen gepflegt und gemäht. Die Pferde durften in eine schon eingezäunte, große Koppel hinein. Zum Glück war sie schon abgefressen, denn Bea und Tina und besonders die Shettys neigen einfach dazu, sich zu überfressen.

Richi und Kathi hatten ein paar Freunde und Nachbarn eingeladen, und spontan wurde es ein wunderschöner Abend im Sonnenuntergang. Das Gemüse kam aus Kathis Garten, der Käse vom Hof und das Mehl und die Tomatensoße brachten wir mit. Es gab wieder schöne Begegnungen und Gespräche über unsere Reise, Permakultur und Transition Town. Ich schlief diese Nacht das erste Mal in der Kutsche, Simon draußen und Töni und Lea in Hängematten.

 

 

 

Dienstag, 2. August 2011 – Solarkocher aus Denkingen

 

Mit dabei waren: Christina und Duke, Antonia und Lea

 

Morgens wurden wir bewirtet mit frischer Milch und Honig vom Lorenzhof, dazu frisch gebackenes Brot, eigenen Käse und Kaffee. Super nett… wir beschlossen, das Ganze heute langsam angehen zu lassen und Simon und Christina gingen erstmal im Ruschweiler See schwimmen. Franz erklärte uns einen schönen Weg nach Denkingen, ohne Straßen und mit vielen Feldwegen.

Nachmittags gings los, über Judentenberg nach Denkingen auf den Bauplatz von Hermann Hoffmann. Er vertreibt Solarkocher und wollte uns für unsere Fahrt einen faltbaren Parabol-Kocher leihen. Das war super praktisch und auch toll um es anderen Leuten zu zeigen. Unser Quartier war also ein riesiger Bauplatz mitten in Denkingen. Noch vorher winkte uns eine Frau aus dem Fenster zu – natürlich winkten wir zurück. Und kaum waren wir angekommen, kamen die Zwillige Jens und David, die uns zum Kaffeetrinken einladen wollten! So eine Überraschung! Aber da wir zunächst noch die Pferde versorgen wollten, brachten sie den Kaffee und Kekse einfach raus. Schnell freundeten wir uns mit der Familie Amman an, Hermann Hoffmann war auch da, und noch ein paar Nachbarn und Nachbarskinder. Wir beschlossen, heute mal keine Pizza, sondern Kartoffelsuppe auf dem Feuer zu kochen. Eingeladen waren alle! Wir machten ein Feuer in unseren Kochern: Alte Büchsen mit Löchern drin, sehr holzsparend und effizient! Darüber hängt ein riesiger Topf, wo man gut Suppe für 50 Leute drin kochen könnte…

Lea und Antonia machen Ponyreiten und durften dann sogar bei Familie Amman im Haus schlafen. Simon und ich schliefen in der Kutsche, Christina im Zelt.

 

 

 

 

 

Mittwoch, 3.08.2011 – Pizzafest in Pfrungen!

 

Mit dabei waren: Christina, Jens und David, Antonia und Lea

 

Am nächsten Tag gabs erstmal Frühstück bei den Ammans zuhause. Sie beschrieben uns einen schönen Weg durch den Wald nach Pfrungen, und Gesprächthema war auch bewusster Konsum und den Einfluss, den wir doch alle haben… Regional und saisonal kaufen!

Es regnete leicht, und die Zwillinge Jens und David begleiteten uns bis Pfrungen. Die beiden sind echt herzig, und total aufgedreht…

Wir kamen bei Bärbel und Mark an, die schon fleißig eingeladen hatten zum Pizzafest am Abend! Die beiden sind Freunde von Nicole und Martin und haben einen großen Hof mit einer Kino-Scheune und einer Pferdekoppel für Bea und Tina. Töni und Lea mit Nicky und Moritz trennten sich leider schon von uns und ritten durchs Ried zurück nach Guggenhausen. Das war erstmal nicht leicht für meine beiden: Die rasten auf der Pferdkoppel rum, dass man dachte, sie wären völlig unausgelastet. Dabei waren sie über 10km gelaufen heute. Bea verlor ein Eisen – war aber nicht schlimm, denn unser Hufschmied sollte sowieso am Freitag kommen, und so kam er eben einen Tag früher.

Die Pizzaaktion am Abend war super, mit echt vielen Leuten und vielen Kindern und vielen Gesprächen und Begegnungen.

 

 

 

Donnerstag, 4. August 2011 – Hufschmied und Kinderkutschfahrt zur Rosenmühle!

 

Mit dabei waren: Sabine und Christina mit Duke (und Fahrrad), Simon mit Mara, Lina und Hanna, Rosa, Frieda und Bruno, Nicole, Ulysse, Yolanda und Samuel und noch zwei amerikanische Mädels (!!) …

 

Morgens kam unser Hufschmied Roland Oberleitner. Er ist auch so ein Permakultur-Mensch und kaufte direkt mal ganz viele „Einfälle statt Abfälle“ von uns. Er lässt sich echt viel Zeit mit Bea und Tina, und die beiden machten auch gut mit. Der Hufbeschlag jetzt sollte uns bis zum Ende der Kutschfahrt begleiten!

Bea und Tina hatten danach noch eine Stunde lang Pause, dann gings los zur Rosenmühle. Mit vielen Kindern!! Die Stimmung der Pferde war ziemlich gereizt und genervt, aber es war auch echt sehr warm und sehr laut mit den vielen Kindern… Wir trabten noch nach Hasenweiler und zurück, um sie wenigstens ein bisschen auszupowern. Dann kamen sie auf das Grundstück der Nachbarin von der Mühle, mit Bach und Bäumen. Ein erstes Quartier für mehrere Tage, schließlich war am Wochenende das Permakulturseminar zum Thema Hühnerhaltung.

 

 

 

 

 

Freitag, 5. August 2011 – Riesenausritt mit Ulysse

 

Am Freitag hieß es entspannen für uns und die Pferde – schließlich wars der erste Tag seit einer Woche ohne Kutsche fahren. Stattdessen zogen Ulysse und ich auf Bea und Tina los, Richtung Höchsten bis nach Oberhomberg, wo wir schonmal Chris Schorpp von der Wildnisschule Corvus kennenlernten. Er wollte auch am nächsten Tag zum Hühnerseminar kommen.

5 Stunden waren wir unterwegs, echt lange. Es war ziemlich heiß, und zurück in der Mühle halfen wir noch, etwas Material fürs Seminar zusammenzutragen.

 

 

 

Samstag und Sonntag, 6.-7. August – Permakultur und Hühnerhaltung mit Marit Hund

 

Während dem Hühnerseminar hatten die Pferde Pause, und wir hatten eine spannende Zeit rund ums Thema Hühnerhaltung, Hühnerstallbau und alte Landrassen. Natürlich gabs auch Pizza…

 

 

 

Montag, 8. August 2011 – Durchs Rotachtal

 

Mit dabei waren: Samuel, Ulysse, Christina und Duke

 

Los gings an der Rosenmühle im Regen, aber mit der Zeit kam dann die Sonne raus und es war mit die schönste Strecke der ganzen Tour: 14km durch das Rotachtal, ohne Straßen, nur im Wald auf Waldwegen und neben der Rotach her… Samuel und Ulysse waren mit dabei, Samuel schlief direkt mal ein, wir aßen Schokolade und amüsierten uns gut. Unser Ziel war heute ein Steinbruch unterhalb von Wattenberg, wo Christina wohnt. Kaum waren wir da, erklärten wir den Platz für so schön, dass wir unbedingt zwei Nächte bleiben mussten! Ein kleiner alter Steinbruch mit vielen Schlehenbüschen, Kräutern und Wildblumen, perfekt für Bea und Tina. Die beiden Gebirgspferdchen freuten sich total an dem unwegsamen Gelände, was wir großzügig eingezäunt hatten und kletterten teilweise senkrechte Abbruchkanten hoch und runter.

Wir schlugen unser Lager auf und spannten ein Tape, gegen den Regen, der doch ab und zu wiederkam. Zu Mittag aßen wir bei Christina, und dann erkundeten wir das Gelände noch ein wenig. Ulysse blieb heute zum ersten Mal bei uns über Nacht, zu dritt schliefen wir in der Kutsche und es klappte super!

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 9. August 2011 – Steinbruchzeit und Obstpizza

 

Mit dabei waren: Ulysse, Matz, Christina, Sabine, Anton, Tobi und Liam

 

Heute beschlossen wir, eine Kutschfahrt zu machen, und zwar zum Einkaufen in den Lehenhofladen. Der Lehenhof ist eine Camphill-Dorfgemeinschaft und es gibt sehr leckeres Brot und Gemüse. Wir fuhren also auf Fahrradwegen das Deggenhausertal entlang, kauften ein (unter anderem Schokolade) und besuchten die beiden Töpfer Karin und Matz in Deggenhausen. Dort war der Hof so eng, dass wir fast abspannen mussten, um die Kutsche zu drehen, aber Bea und Tina meisterten die Situation mit einer gekonnten Rechtskehrt-Wendung…

Zwischendurch ergaben sich wieder mal viele Gespräche mit interessierten Leuten, die entweder unseren gesamten Zug bemerkenswert fanden, oder auf ein Logo auf der Kutschplane Bezug nahmen: die Permakultur-Akademie, Oikocredit, Eirene internationaler christlicher Friedensdienst und der lokale Bio-Hofladen Gebhardt’s.

 

Zurück beim Steinbruch bauten wir unser Lager wieder auf und dann sammelten wir Obst für einen tollen Obstkuchen. Der erste Obstkuchen und der erste Hefezopf fürs Frühstück wurde also im Pizzaofen Paul gebacken – und das bei Regen. Natürlich waren wir nicht alleine: Matz kam zu Besuch und half uns noch Geschirr zu putzen, dann war Tobi mit seinem Sohn Liam und seiner Kamera dabei, Sabine und Christina und natürlich Ulysse und noch ein paar Nachbarn und Freunde. Alle genossen den Obstkuchen und wir saßen gemütlich mit vielen Decken alle in der Kutsche – bei dem Regenwetter!

Abends kam dann leider die Nachricht, dass Samuel im Krankenhaus ist, er hatte einen Asthmaanfall und musste sogar Sauerstoff bekommen. Der Arme…

Die zweite Nacht zu dritt in der Kutsche war genauso gut wie die erste – echt erstaunlich was man mit dieser kleinen Kutsche so alles machen kann.

 

 

 

Mittwoch, 10. August 2011 – Mit Steigung nach Steigen

 

Mit dabei war: Ulysse

 

Am Mittwoch gings nach einem guten Frühstück bei Christina durchs Deggenhausertal hoch nach Steigen. Die Steigung dort war nicht zu unterschätzen, stetig aber sehr lang. Bea und Tina zucken nicht mal mit der Wimper, und zogen die Kutsche ohne Probleme die Serpentinen nach Steigen hoch. Wir wollten Maria und Markus Schlegel und ihre beiden Tinker Paddy und Mark besuchen. Die vier waren vor einiger Zeit für 18 Monate mit ihrer Kutsche unterwegs – und zwar bis Portugal. 8350Km gegen Gentechnik! Wir hatten sie schon vorher mal kennengelernt und viele praktische Tips bekommen.

Vor dem Abendessen holte Martin Ulysse und mich erst mal ab und wir fuhren den kleinen Samuel im Krankenhaus besuchen. Er freute sich total, für uns wars komisch zum ersten Mal seit langer Kutschreise im Auto zu sitzen – alles ging so schnell! Abends wurde gegrillt – und dann in der Kutsche geschlafen.

Donnerstag, 11. August 2011 – Kutschenkorso nach Tüfingen!

 

Mit dabei waren: Helena und Paula, Linde und Tatjana, Ulysse, Maria und Markus

 

Morgens kamen Helena und ihre Tochter Paula und Simons Mutter Linde und seine Schwester Tatjana zu uns. Wir hatten Glück – denn Maria und Markus begleiteten uns mit Paddy und Mark und ihrer tollen Kutsche – und so hatte doch jeder Platz auf einer Kutsche und keiner musste laufen!

Es war das erste Mal für Bea und Tina und mich, von einer Kutsche begleitet zu werden. Die beiden waren super gelaunt und legten echt ein gutes Tempo vor. Es ging die ganze Zeit bergab, unsere Bremsen liefen heiß, und wir trabten über viele weiche Wege und Wiesen, die wir ohne Maria und Markus nie gefunden hätten. Die beiden begleiteten uns bis Salem – schließlich mussten Paddy und Mark jetzt die ganze Steigung wieder hochlaufen! Wir fuhren weiter bis nach Tüfingen zum Haus Lebenskunst. Dort durften Bea und Tina auf der Obstwiese von Claudia Wieland bleiben – während dem Dragon Dreaming Seminar mit John Croft. Wir putzten das Kutschgeschirr, Simon und seine Schwester fuhren mit Paula zum Bodensee, wir kochten in der Küche vom Haus Lebenskunst und ich freute mich schon sehr auf das Dragon Dreaming Seminar…

 

 

 

Freitag, 12. August 2011 – Kutschfahrt und Anfang vom Dragon Dreaming

 

Mit dabei waren: Gabriele und ihre Tochter, Tatjana, Linde, Ulysse, Helena und Paula

 

Morgens gabs ein großes Frühstück, und dann bauten wir unsre Kutsche zum Personenwagen um: Gabriele und ihre Tochter, Helena und Paula, Linde und Tatjana und Ulysse, mit allen wollten wir noch eine kleine Kutschfahrt durch die schöne Gegend bei schönem Wetter machen. Schließlich hatten Bea und Tina am nächsten Tag eine Pause, und zwei Tage Pause wären wahrscheinlich zu viel gewesen… Wir fuhren also los, unterhielten uns prächtig und besuchten sogar noch eine kleine Quelle. Zurück in Tüfingen kamen auch schon die ersten Seminarteilnehmer und es folgte eine der intensivsten und besten Zeiten meines Lebens – im Haus Lebenskunst, mit John Croft, Dragon Dreaming und tollen Leuten, und abends Pizza.

 

 

 

Samstag – Sonntag, 13.-14. August 2011 – Dragon Dreaming Seminar

 

Eine inspirierende, intensive und tiefe Zeit in Tüfingen – für mich einer der Höhepunkte unserer Kutschreise. Mut, Verbundenheit, positive Visionen und Kraft schöpfen – und dabei merken, wie wichtig jeder einzelne ist. Und wie wichtig die Verbundenheit untereinander ist. Und wie wichtig es ist, sich bewusst zu sein, dass Vertrauen eines der wichtigsten Geschenke ist.

Dragon Dreaming Projekte fördern die Gemeinschaft und das persönliche Wachstum und dienen der Erde…

 

Am Sonntag nach dem Seminar machte ich einen kleinen Ausritt zu einem kleinen Weiher mit Petra. Tina ging fast schwimmen!

Ich genoss es, nicht in der Kutsche, sondern entweder in Gabrieles Wohnzimmer oder im Seminarraum zu schlafen.

 

 

 

Montag, 15. August 2011 – ein Tag mit John…

 

Wir beschlossen, nach der eindrücklichen Zeit am Wochenende noch einen Tag Pause zu machen in Tüfingen und blieben einfach einen Tag länger als geplant. Eine richtige Erholung von dem Seminar am Wochenende war es allerdings nicht. Wir luden John zum Frühstück ein, und dann nahm er sich den ganzen Tag Zeit und zeigte uns viele Dinge und Gedanken, die er sich zum Dragon Dreaming gemacht hatte. Es war total spannend und wieder eine sehr tiefe, intensive Zeit mit vielen Aha-Erlebnissen, einem gemeinsamen Essen bei der Naturata, und am Abend gemeinsames Feiern des erfolgreichen Dragon Dreaming Seminars mit Nicole, Martin und Bernhard, Simon, John und mir. Tobi, der das Seminar mit erträumt hatte, konnte leider nicht…

 

 

 

Dienstag, 16. August 2011 – Bodensee, Überlingen, Goldbach…

 

Mit dabei war: keiner! Der erste Tag zu zweit auf der Kutsche…

 

Erst wollte John mitfahren, aber dann konnte er doch nicht. Wir fuhren durch den Andreashof und fragten dort, ob wir vielleicht am nächsten Tag kommen könnten, und Pizza backen könnten. Wirklich begeistert waren sie nicht und verwiesen uns an die Hofgemeinschaft Regoldshausen. Dort waren wir herzlich willkommen. Wir fuhren heute nur durch und kündigten an, dass wir am nächsten Tag kommen Pizza backen würden. Hier wurde viel gelacht – und alle freuten sich! Weiter gings Richtung Überlingen-Goldbach, wo wir Helena besuchen durften und auf ihrer Wiese in Bodenseesichtweite nächtigen durften.

Das erste Mal alleine – auch mal nett. Natürlich sprangen wir mal in den Bodensee und genossen danach die Ruhe. Es war sehr heiß, und deshalb planten wir, am nächsten Tag sehr früh loszufahren.

 

 

 

 

Mittwoch, 17. August 2011 – Pizzafest in Rengoldshausen!

 

Früh gings los heute – es war sehr heiß. Schon am Vormittag erreichten wir das Hofgut Rengoldshausen und kamen pünktlich zum Mittagessen. Wir waren eingeladen! Regoldshausen ist ein demeter-Betrieb. Es gibt eine große Landwirtschaft, eine große Gärtnerei und viele Menschen, Praktikanten, Freiwillige, Gärtner… Nette Leute, die alle Lust hatten, am Abend Pizza zu essen und zu feiern.

Schnell war ein Infostand aufgebaut, die Zutaten kamen alle vom Hof, und dann wurde Pizza gebacken für mindestens 50 Leute – nebenbei von Permakultur und Transition Town erzählt.

Zuvor war ich noch mit dem Rad in einem kleinen Reiterladen, der extra für uns aufmachte. Tina hatte sich mit ihrem Eisen mehrmals gegen ihr vorderes Röhrbein geschlagen und brauchte Gamaschen. Tief war die Wunde zwar nicht, aber ich fand es besser, weiteren Problemen vorzubeugen.

Die Kontakte zu den Rengoldshausenern waren wichtig, schließlich ist es der größte demeter-Hof weit und breit. Hier gibt es hin und wieder Hoffeste oder gute Veranstaltungen, die wir in Zukunft mal besuchen können.

 

 

 

Donnerstag, 18. August 2011 – Deggenhausen: Gemüse bei Karin und Matz!

 

Mit dabei war: Ulysse, Nicole, Martin, Yolanda, Samuel, Karin, Matz, und diverse Nachbarn…

 

Sehr früh gings am nächsten Morgen los in Rengoldshausen, nach einem Frühstück bei dem Gärtner Geerd. Vollgepackt mit eigenem Gemüse aus der Gärtnerei schauten wir noch kurz beim John Croft in Tüfingen vorbei, kaufen süße Stückle in einer Bäckerei in Salem und fuhren dann das Deggenhausertal bis nach Deggenhausen. Die Kutschfahrt wieder zu zweit, ich schlief fast ein hinter den Leinen… Bis nach Salem wars etwas abendteuerlich wegen den vielen LKWs, die uns alle überholen wollten. Tina lief links und hatte es echt nicht leicht. Normalerweise spanne ich Bea auf großen Straßen nach links, weil sie einfach viel ruhiger ist, was rasantes Überholen und Weg-Abschneiden angeht. Wieder ein sehr heißer Tag – fast zu heiß zum Fahren…

In Deggenhausen bei Karin und Matz hatten Bea und Tina dann aber ein Schattenplätzchen, wir konnten im Bach unsere Kleider waschen und putzen das Geschirr mal ausgiebig. Zum Abendessen kamen viele Nachbarn mit Tiramisu und Nicole und Martin mit den Kindern. Zur Abwechslung gabs mal keine Pizza, sondern gebackenes Gemüse und leckeren Kürbis aus Rengoldshausen.

 

 

 

Freitag, 19. August 2011 – unser erster Wildcamp im Rotachtal!

 

Mit dabei war: Ulysse

 

Heute war unser erster wilder Tag. Das erste Mal ohne zu fragen blieben wir über Nacht einfach im Rotachtal, zäunten die Pferde nahe dem Bach ein und kochten Kaffee und Nudeln im Solarkocher. Wir kamen schon Mittags an, und hatten Zeit für eine lange Bachwanderung in den Tobeln, bevor es ein kräftiges Gewitter gab. Sonst hatte es sich immer wie von Zauberhand ergeben, dass wir jeden Abend ein gutes Nachtquartier hatten, bei Leuten, die wir zum Teil erst am gleichen Tag kennengelernt haben. Aber einmal im Wald bleiben wollten wir unbedingt. Schließlich sind wir gut ausgerüstet mit dem Zaun für die Pferde und unseren ganzen Lebensmitteln und Kochgelegenheiten…

Hin und wieder wanderten Menschen bei uns vorbei, ab und zu ein Traktor, und keinen schien es zu stören. Abends kam Besuch von Simon, Nicole und Martin mit den anderen Mühlenkindern – alle mit dem Rad!

 

 

 

Samstag, 20. August 2011 – Landbauparty Oberhomberg

 

Mit dabei war: Ulysse

 

Ziemlich viele Höhenmeter warteten am nächsten Tag auf uns. Schon sehr früh brachen wir im Rotachtal auf und machten uns auf den Weg nach Oberhomberg zu Chris und Christina und zur Landbauparty Nr. 1!

Letztlich waren es nur 6km Strecke, aber so steil, dass Bea und Tina echt richtig arbeiten mussten. Hin und wieder musste ich sie verschnaufen lassen, und einmal gaben wir ihnen auch Wasser. Diesmal war die Kutsche voll beladen mit dem Ofen und allen unseren Sachen. Ich fühlte mich mittlerweile so sicher mit den beiden, dass ich auch nebenher laufen konnte. Das macht einen ziemlichen Unterschied.

Oben angekommen wurden wir schon freudig von einer ganzen Schar begeisterter Menschen begrüßt.

Die „Grow-Food-Party“ – zu deutsch „Landbauparty“ ist eine super Idee.

Chris hatte viele Projekte in seinem Garten offen: ein neues Wegenetz sollte verlegt werden, ein kleiner Baum gefällt werden, Holz geschnitten werden, ein Kompost gebaut werden und ein Weidengeflecht sollte entstehen. Also hatte er sich einfach viele Leute eingeladen, die alle helfen wollten. Parallel zur „Arbeit“ gabs natürlich tolle Gespräche und Begegnungen, viel Essen vom Buffet und richtige Partystimmung – und abends natürlich Pizza!

Wir erkannten, dass diese Art der Landbau-Parties perfekt für unsere Transition Town waren! In Zukunft wollen wir nun jeden Monat eine Landbauparty machen: gemeinsam aktiv werden und sich gleichzeitig austauschen – in der Zeit des Wandels. Wir hatten jedenfalls viel Spaß und ich schlief bei den Pferden auf der Wiese…

 

 

 

Sonntag, 21. August 2011 – Oberhomberg und Tüfingen…

 

Am nächsten Tag halfen wir Chris und Christina noch ein bisschen im Garten, und dann bemerkten wir, dass es immer heißer und heißer wurde. Es war an der Zeit, sich zu fragen, ob es bei dem Wetter Sinn machte, weiterzufahren. Sollten wir eine Hitzepause einlegen?

Heute jedenfalls war auch noch das Transition Town Treffen in Tüfingen, wo wir gerne hinfahren wollten. Auf dem Weg dorthin holten wir meine Freundin Katharina Merz in Salem vom Bahnhof ab, und sie kam gleich mit nach Tüfingen.

John Croft hielt dort eine Art Vortrag über ein Programm in Australien, den ich übersetzen sollte.

Es ging darum, wie man gemeinschaftlich herausfinden kann, was eine Region wirklich braucht. Oft ist es in ländlichen Transition-Town-Bewegungen problematisch, den richtigen Ansatz zu finden. Denn ein Konzept, was zu vielen Sädten passt, passt nicht zu ländlichen Gegenden. Der Zustand der Umwelt, dann des Sozialen und schließlich des Ökonomischen einer Region sind miteinander verbunden und bauen aufeinander auf.

Naja – am Abend beschlossen wir, eine Hitzepause für Bea und Tina zu machen und einfach abzuwarten, bis es wieder etwas kühler wird.

 

 

 

Montag – Freitag, 22. – 26. August 2011 – Hitzepause an der Rosenmühle!

 

Mit dabei war: Katharina, Mark, Nicole, Martin, Simon, Katharina, Ulysse, Yolanda, Samuel, Mara, Lina, Hanna

 

Die Rosenmühle liegt nur ca 6km Luftlinie unterhalb von Oberhomberg. Also beschlossen wir, die Kutsche und den Ofen einfach bei Chris oben auf dem Berg zu lassen und mit Bea und Tina runterzuwandern. Unser Hitzequartier war nämlich die Rosenmühle, wo wir ein Kompostklo bauen wollten. Und da wir damals noch dachten, dass unsere nächste Station nach der Hitze der Lehenhof sein würde (der auch auf dem Berg liegt) war es naheliegend, sowohl Bea und Tina als auch unseren Bremsen die Steigung zu ersparen.

Wir zäunten Bea und Tina bei den Nachbarn ein und in den nächsten Tagen lernten sie, als Handpferd zu gehen. Schließlich konnten sie unmöglich 4 Tage lang nichts tun, so trainiert wie sie mittlerweile waren. Früh morgens um 6 startete ich also meine Ausritte, und eine der beiden lief immer nebenher. Es klappte super.

Ansonsten genossen wir die Rosenmühle und die tollen Menschen dort – eine tolle Energie in der frisch bezogenen Mühle und somit frisch gegründeten Hofgemeinschaft. Schon jetzt fühlten wir uns ein bisschen Teil von den Rosenmüllern.

Die Zeit nutzten wir, ein tolles Kompostklo in den Garten der Mühle zu bauen. Mit recycelten Materialien vom Dachboden, einer alten Badewanne, Baumstämmen als Trägerbalken, einem schönen Fenster und Simon machte sogar eine Dachbegrünung obendrauf. Ganz fertig wurde es zwar nicht, aber zur Einzug- bzw. „Zurückkomm-Party“ am 9.September sicherlich zu nutzen!

Es war wirklich heiß und wir waren froh, diese Pause eingelegt zu haben.

Noch dazu zeigten sich bei Bea und Tina die ersten Stellen von leichtem Gurtendruck. Ich glaube mittlerweile einfach, dass es schon eine besondere Belastung ist, wochenlang täglich stundenlang im Geschirr unterwegs zu sein. Unser Geschirr passt eigentlich gut, auch wenn es nicht maßgeschneidert ist. Sollte ich jemals eine noch längere Tour planen, würde ich es noch besser abpolstern. Durch die Hitzepause konnten sich die Stellen aber auch ein bisschen beruhigen.

Am Freitagnachmittag wurde es dann wieder spannend. Manuela Pfann, eine Journalistin von Publik Forum, kam und wollte uns die nächsten Tage begleiten.

Plötzlich sagte der Lehenhof ab, und auch sonst schien es plötzlich schwierig zu sein, ein gutes Nachtquartier von Samstag auf Sonntag zu finden. Die Hitze war nämlich am Samstag vorbei, und es folgte ein Kälteeinbruch!

Ich telefonierte in der Gegend herum, und keiner wollte am Abend Pizza essen… Dabei wäre es echt gut gewesen, für den Bericht von Manuela eine Pizzaaktion zu haben. Naja irgendwann gab ich es auf, und plötzlich stand Martina im Mühlengarten. Ich kannte sie zwar nicht, aber fragte sie einfach, ob sie nicht Lust auf Pizza am nächsten Tag hätte – und sie war begeistert! Ochsenbach war eine gute Strecke für Bea und Tina, und wir beschlossen spontan, zu Martina zu fahren. Journalistenbesuch gerettet. Aber unsere Kutsche, die war ja noch auf dem Berg.

Hm, von Oberhomberg bis zur Mühle gings eigentlich nur bergab. Warum also Bea und Tina holen, wenn die Kutsche auch alleine die Steigung runterrollen kann?? Wir fuhren also los, einer rannte vorne an der Deichsel, die anderen beiden saßen auf dem Kutschbock an der Bremse. Eine lustige Unternehmung, und unsere Journalistin knipste uns eifrig. Ob das wohl in den Artikel kommt?

Unten im „Flachland“ angekommen, spannten wir Martins Roller vor die Kutsche, und der zog uns dann bis zur Mühle.

Abends gabs gutes indisches Essen und viele Fragen von Manuela…

 

 

 

Samstag, 27. August 2011: Pizzatreffen in Ochsenbach mit unserer Journalistin!

 

Mit dabei waren: Ulysse, Marie-France, Fabian, Manuela

 

Morgens regnete es – und es war gefühlte 20°C kälter als am Tag davor…

Trotzdem führte unser Weg heute zu Martina und Peter nach Ochsenbach – mit unserer Journalistin Manuela Pfann. Wir hatten zunächst eine sehr schöne Strecke geplant, weil es aber so kalt war, entschlossen wir uns für den kürzesten Weg. Nette Gespräche und viele Fragen und Diskussionen hatten wir trotz der Kälte – und saßen eingemummelt unter Decken… Die Sonne kam aber dann auch raus, und als wir Ochsenbach erreichten trafen wir auch auf Marie und Fabian, die einen Tag mit uns mitkommen wollten.

Martina hatte in der kurzen Zeit unglaublich viele Leute mobilisiert und das Treffen am Abend war super – auf Martinas Terrasse, mit Käse und gespendeten Zutaten von Judith Gebhard! Viele Kinder, viele Leute nette Stimmung und eine Art „Vortrag“ von mir zu Permakultur und Lokalvermarktung…

Ulysse war wieder dabei, und er ist echt zu einem richtigen Pizzabäcker geworden. Ihn kann man jetzt mit dem Ofen ganz alleine lassen, er bedient ihn völlig alleine

 

Martina und Peter waren echt extrem gastfreundlich und wir nahmen ihre Küche quasi voll in Beschlag. Pizzasoße machen, Kaffee trinken – alles schien mal wieder selbstverständlich und einfach. Ich denke mir mittlerweile, dass unsere Kutschreise unter anderem ein Auf-die-Probe-Stellen der deutschen Gastfreundschaft war. Ergebnis: Super!

Sonntag, 28. August 2011: Pfullendorf und Wildcamp im Wald…

 

Mit dabei waren: Marie-France, Fabian, Svante, Johanna und Max mit Till und Lara

 

Morgens merkten wir, dass wir kein Brot hatten, und das am Sonntag… Naja, Simon und ich machten ein paar frische Brötchen, und dann war auch das gemeinsame Frühstück gerettet.

Angenehm aufgefallen war uns der Betreute der Familie, Gernot. Er ist schon älter und leicht behindert, und voll integriert. Er war total begeistert von der Kutsche und malte uns was in unser Gästebuch.

Bei schöner Mittagssonne spannten wir die Pferde an – und ich freute mich über Marie, die auch ein Händchen für Pferde hat. Das ist immer nochmal was anderes, wenn ich ein gutes Gefühl dabei habe, dass jemand beim Einspannen hilft. Oft ist es so gewesen, dass wir beinahe knallharte Regeln aufstellen mussten, dass es nicht zu trubelig und wild für Bea und Tina wird.

Wir fuhren los nach Pfullendorf und fragten uns, ob der Bauer, auf dessen Wiese Bea und Tina übernachten durfen, ihnen Hafer gegeben hatte? Die beiden waren so schnell und energiegeladen und trabten fast den ganzen Weg!

In Pfullendorf ließen wir es uns nicht nehmen, in die Altstadt zu fahren und eine kleine Pause bei Eiskaffee zu machen. Dort ist auch der Kindersecond-Hand-Laden von Aline, der Frau unseres Hufschmieds! Sie betreibt auch noch ein Café!

 

In Pfullendorf kam Svante, Simons Cousin zu uns und reiste ein paar Tage mit.

Am Wochenende sollte ja in Pfullendorf das „Rock for Nature Festival“ sein, dort wollten wir Pizza backen!

Heute gings aber erstmal Richtung Lautenbach, wo Peter arbeitet. Lautenbach ist eine Camphill Dorfgemeinschaft, mit über 100 Bewohnern!

Heute war Ankommenstag nach den langen Ferien, und so beschlossen wir einen Wildcamp auf dem Weg dorthin.

Wir schauten einfach, wos schön war, und wählten einen Waldrand in der Nähe von Kleinstadelhofen aus. Zäunten die Pferde ein, holten Wasser für sie und uns bei einem Bauern und wollten Nudeln kochen… Nur hatten wir zu wenige. Naja, 200 Meter weiter stand ein einsames Haus, und dort fragten wir nach Nudeln. Die Leute waren total nett, hatten viele Hühner und gaben uns gleich eine Riesenportion Eier mit. Geld wollten sie natürlich nicht haben…

Marie und ich machten noch einen sehr schönen Ausritt im Wald, und Bea und Tina waren so flott drauf, unglaublich. Die Zeit hatte sie echt gut trainiert.

Am Abend kamen auch Johnanna und Max mit ihren zwei Kindern Lara und Till mit Fahrrädern zu uns. Die beiden sind Musiker und machen total schöne Musik mit Geige, Gitarre und Gesang. Sie haben vor, im nächsten Jahr mit einer Kutsche unterwegs zu sein und Straßenmusik zu machen. So haben sie von uns erfahren und wollten uns ein Stück begleiten.

Abends gabs dann natürlich Musik am Lagerfeuer, bevor wir uns in die Kutsche und die Zelte verkrochen.

 

 

 

 

Montag, 29. August 2011: Dorfgemeinschaft Lautenbach

 

Mit dabei waren: Svante, Johanna und Max mit Till und Lara

 

Früh morgens wurden Marie und Fabian von Martina aus Ochsenbach abgeholt und nach Überlingen an den Bahnhof gebracht. Wir fuhren nach Lautenbach – weit war es ja nicht, und Bea und Tina wussten nicht wohin mit ihrer Energie. Echt bemerkenswert, dass sie von so einem bisschen Gras so viel Kraft bekamen, Hafer oder anderes Kraftfutter haben sie auf der ganzen Tour nicht bekommen! Also galoppierten wir sogar streckenweise… Und kamen dann lustig in Lautenbach an, pünktlich zum Mittagessen. Wir wurden mit großem Hallo empfangen und direkt mal dazu überredet, zwei Tage zu bleiben.

Simon baute mit Max und Johanna den Pizzastand auf, direkt vor dem Bioladen „Queerbeet“ – und ich saß im Büro mit Robert und entwarf einen Flyer für die ganze Dorfgemeinschaft, Robert informierte noch eine Reporterin der Schwäbischen Zeitung, und so kam alles ins Rollen.

Schon am ersten Tag wars eine supergute Stimmung, und wir machten so viel Pizza wie noch nie! Übrigens war es die lokalste Pizza überhaupt: Eigenes Mehl, eigene Tomaten in der Tomatensoße, eigenes Gemüse und eigener Käse! Sogar für mich was besonderes, denn Pizza konnte ich eigentlich schon nicht mehr sehen… Aber es war echt ein Riesenunterschied mit diesen tollen Zutaten. Gerade die Augusttomaten sind einfach was anderes als Tomatenpassata, selbst wenn diese noch so bio oder demeter ist…

Abends zeigten wir den Transition 1.0-Film und hatten nette Diskussionen mit den Bewohnern, den Lehrlingen und Gärtnern.

 

 

 

Dienstag, 30. August 2011: Lautenbach

 

Mit dabei waren: Svante, Johanna und Max mit Till und Lara, Tatjana und Günther, Wera und Andi

 

Früh morgens gings los mit dem Pizzabacken – schließlich sollte in der Frühstückspause der Dörfler ein Riesenvorrat an Pizza gebacken sein! Heute hatte der Bioladen auch für die Öffentlichkeit offen und so gabs zusätzlich noch viele Kunden und Gesprächsbedarf an unsrem Infostand. Echt entspannt war es dadurch, dass wir ein richtiges Team waren: Johanna, Max und Svante konnte man richtig einplanen und so hing es nicht nur an Simon und mir.

Eine supergute Stimmung wars – mit begeisterten Bewohnern, die meisten waren ja leicht behindert und hatten hier in der Dorfgemeinschaft ein tolles Leben mit Arbeit und einer richtigen Aufgabe. Sie tanzten zur Musik von Johanna und Max, aßen Pizza in Unmengen und spendeten nicht schlecht in unsre Spendenbox. Nachmittags konnte ich mich mit Wera, Bea und Tina mal für ein Stündchen in den Wald abseilen und einen schönen Ausritt machen.

Am Abend kamen Tatjana und Günther zu uns. Tatjana ist eine gute Freundin von mir aus dem Westerwald und wollte uns bis Sonntag begleiten! Wir schliefen zu zweit in der Kutsche, nach einem zweiten vollen, aber tollen Tag in Lautenbach.

Mittwoch, 31. August: Straßenmusik in Pfullendorf

 

Mit dabei waren: Svante, Ulysse, Johanna und Max mit Till und Lara, Tatjana und Günther

 

Der Plan war es heute, in die Pfullendorfer Altstadt zu fahren und dort vor dem Kinder-Secondhand-Laden Pizza zu backen und Straßenmusik zu machen. Ulysse war auch wieder dabei. Wir hatten schon Teig gemacht und Tomatensoße gekocht, Gemüse und Käse gabs ja noch aus Lautenbach. Als wir aber in Pfullendorf ankamen war unsere Motivation plötzlich gegen null, leere Fußgängerzone, Johanna und Max mussten schon ziemlich bald wieder abreisen und wir entschlossen uns gegen eine Pizzaaktion. Einer muss ja immer bei den Pferden sein, dann hätten wir noch Tische organisieren müssen und so weiter, all das hätten wir vielleicht zu Anfang der Kutschtour gerne gemacht, aber heute war die Energie dazu einfach nicht da. Dafür stellten wir uns aber eine Stunde auf den Platz und Johanna und Max machten Musik, und wir tranken Kaffee im Café Moccafloor von Aline.

So lockten wir dann doch die ein oder anderen Touristen an, und ich versuchte noch zu organisieren, dass wir vielleicht im Seepark in Pfullendorf Pizza backen konnten, wo einfach mehr Menschen waren. Aber nichts zu machen – die Stadt wollte uns nicht in den Seepark lassen. Da wir ja sowieso am nächsten Tag dort unser Lager aufschlagen würden und das „Rock for Nature“ Festival bebacken würden, bestanden wir nicht drauf.

Wir fuhren die Kutsche schon zum Veranstaltungsort, spannten Bea und Tina aus und Tatjana und ich ritten die beiden nach Ruhestetten zu Annette und Andreas. Die beiden kenne ich aus Guggenhausen, und Bea und Tina konnten dort für die Zeit des Festivals bleiben. Das war mir am liebsten, sie weit weg von einem solchen Festival zu haben. Wer weiß, was irgendwelchen Leuten sonst eingefallen wäre. Wir konnten auch in Ruhestetten auf dem Dachboden schlafen und nochmal ein bisschen Auszeit genießen, vor dem Festival.

 

 

 

Donnerstag, 1. September: Vorbereitungen fürs Festival

 

Mit dabei war: Ulysse, Tatjana und Günter

 

Heute war Aufbau-Tag und Reitplatz-Tag! Bea und Tina durften mal was anderes sehen und auf dem Reitplatz von Annette ein bisschen laufen und Bodenarbeit machen, dann fuhren wir nach Pfullendorf und bauten schonmal unseren Stand auf. Die Stimmung beim Festival war etwas komisch, und wir ahnten dass es möglicherweise anders ausfallen würde, als wir es uns gedacht hatten. Das Festival war veranstaltet vom BUND Reutlingen und so gut wie nicht beworben… Naja, wir sicherten uns den besten Platz, besorgten die letzten wichtigen Sachen (auch fürs Gesundheitsamt ;)) und trampten dann zurück nach Ruhestetten.

 

 

 

Freitag, 2. September 2011: Rock for Nature Pfullendorf

 

Mit dabei waren: Ulysse, Tatjana und Günter, Vanita

 

Gemüse und Tomatensoße hatten wir noch aus Lautenbach, also konnte es heute losgehen mit viel Pizza! Aber wo waren die Leute? Wir starteten am Mittag, aber wirklich viele Leute kamen selbst am Abend zum Konzert nicht. Aber da wir ein gut aufgestelltes Team waren hatten wir auch so viel Spaß miteinander und genossen die Zeit, die anderen Infostände und neuen Kontakte, betreuten den wirundjetzt-Infostand, gingen mal im See schwimmen und mussten uns abends ein unglaublich schräges und schiefes Cat-Stevens-Cover-Konzert anhören… Ich war froh dass die Pferde eine große Wiese bei Annette hatten und ihre Pause so richtig genießen konnten.

 

 

 

Samstag, 3. September 2011: Rock for Nature Pfullendorf

 

Mit dabei waren: Tatjana und Günter, Vanita, Anna, Miriam, Trio

 

Im Nachhinein würde ich das Festival als ziemlichen Reinfall bezeichnen… Es kamen viel zu wenig Leute, zum Glück war unser Pizzastand außerhalb des Zeltes, sodass wir auch an Leute Pizza verkaufen konnten, die nicht den viel zu hohen Eintritt bezahlt hatten. Zunächst hatte es so interessant geklungen, dass wir das Festival als krönenden Abschluss unserer Reise sahen – so war es eben Lautenbach gewesen!

Naja – wir hatten trotzdem unseren Spaß und aßen viel Pizza, kochten Kaffee im Solarkocher und hatten dadurch wieder einige nette Begegnungen mit interessierten Leuten.

 

 

 

Sonntag, 4. September 2011: Helferfest auf dem Lorenzhof

 

Mit dabei waren: Anna, Gernot, Norbert und Ruth

 

Morgens ritt ich mit Bea und Tina alleine die 8km von Ruhestetten bis zum Festivalgelände, um dort unsere Kutsche abzuholen. Simon war in Stuttgart, um sich dort eine Wohnung anzugucken. Bea und Tina machten es super, und auch der Stadtverkehr war mal wieder kein Problem.

Dann hieß es Kutsche aufräumen und Pferde anschirren. Anna kam aus Guggenhausen und half noch dabei, und Martina brachte ihren Betreuten Gernot, der bis Ochsenbach mitfahren wollte. Unser Ziel heute war Ruschweiler – als erste und letzte Station! Kathi und Richi vom Lorenzhof hatten alle Helfer und Helferinnen von ihrer Hochzeit eingeladen, und wir wollten Pizza für sie backen!

Die erste Strecke ohne Simon verlief gut – auch wenn ich vorm Losfahren vergaß, die Kreuzleinen einzuschnallen… Das hätte auch schief gehen können. Aber Bea und Tina hören glücklicherweise gut auf Stimmsignale und halten auch ohne Zügel an… Nebenan im Festivalgelände dröhnten schon die Bässe vom Soundcheck. Ohne die Nerven meiner Pferde hätten wir das ganze nie machen können…

Kaum waren wir draußen aus Pfullendorf, regnete es los. Wir waren trotzdem guter Dinge. Alle drei saßen wir auf dem Kutschbock, und Gernot winkte jedem zu, den wir sahen und verbreitete gute Laune!

Eigentlich wollten Norbert und Ruth mit ihren beiden Töchtern noch zu uns stoßen, und sie holten uns erst kurz vor Ruschweiler ein. Naja – wenigstens eine kurze Kutschfahrt für die beiden Mädels, bevor wir auf dem Lorenzhof ankamen.

Dort kamen Bea und Tina wieder auf eine riesige Kuhwiese und ich glaube sie genossen den Regen!

Abends gings nochmal richtig los – Pizza in Massen, mit eigenem Käse und gutem Gemüse, sogar mit eigener Salami. Die Helfer und Helferinnen freuten sich total und aßen echt gut! Anna und ich schliefen in der Kutsche und das Regengeräusch war echt besonders schön…

 

 

 

Montag, 5. September 2011: ZURÜCK IN GUGGENHAUSEN!

 

Mit dabei war: Anna

 

Eine besondere Kutschfahrt war das heute – wir kehrten zurück nach Guggenhausen! Etwas Nostalgie war bei mir schon dabei.

Wir fuhren durchs Ried, verirrten uns nochmal im Moor und entschieden uns dann doch für die Asphaltstraßen…

 

Es war so eine schöne Zeit gewesen und es war genau der richtige Moment, nach Hause zurückzukehren. Es war schade und schön zur gleichen Zeit! Anstrengend war es zu zweit schon gewesen. Wären wir noch länger gereist, wäre es besser gewesen, ein festes Team von mindestens 4 Leuten zu sein. Zumindest in der Form, die wir gewählt hatten: Viele Leute zu treffen, hunderte Gespräche zu führen und viel über Permakultur und Transition Town zu sprechen. Die Pizza iat zwar ein super Medium und bringt das Feiern und gute Stimmung an jeden Ort, aber ist natürlich auch viel Arbeit und Organisation.

Ich war kein einziges Mal gestresst während der ganzen Reise – irgendwas scheinen wir richtig gemacht zu haben! Nie hatte ich das Gefühl, lieber abzubrechen… Bea und Tina geht’s auch super, der Gurtendruck war nicht schlimmer geworden, Tinas Arthrose hat nie Probleme gemacht, wir hatten keinen Unfall und überhaupt wars eine super Zeit.

 

Zuhause fühlten sich aber auch Bea und Tina! Völlig außer sich rasten sie los, sobald sie abgeschirrt waren, galoppierten durch den guggenhausener Garten und suchten die Ponys! Ich glaube, es war das erste Mal seit 6 Wochen, dass sie sich auskannten und wussten, wo sie waren. Es war lustig, ihre Freude zu sehen!

In der letzten Kurve der Kutschfahrt krachte die Kutsche gegen die alte Scheune und der Spiegel fiel ab… Und außerdem hatten wir auf dem Lorenzhof ziemlich viel Wichtiges vergessen: Den Wasserbehälter, Mineralleckstein und die Eimer… Naja. Das darf man wohl auf der letzten Station…

Freitag, 9. September 2011 – ROSENMÜHLENFEST

 

Beim Dragon Dreaming hatten wir gelernt: Feiern ist sehr wichtig! Also hatten wir schon in der Mitte der Kutschfahrt ein Datum für eine Party festgelegt und schon fleißig Werbung gemacht. Gleichzeitig mit dem Einzugsfest der Rosenmüller und Rosenmüllerinnen feierten wir also unsere Zurückkomm-Party, an der Rosenmühle.

So ein tolles Fest mit einem riesigen Buffet, einem Makama-Konzert (Martin und Janas Band), einem Konzert von Cat Balou, viel Pizza (von abends um 18.00Uhr bis 3.00 Uhr nachts), einer Diashow über die Kutschfahrt und über 300 Menschen!! Gleichzeitig feierten wir noch in meinen Geburtstag rein, und saßen noch bis in die Morgenstunden am Feuer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: